Es geht nicht um den Iran, sondern um die Annektierung des Libanon und den Eretz-Israel-Zionismus 2.0
Trump, ein psychiatrischer Fall
Dieser usraelische Angriffskrieg gegen die Islamische Republik Iran ist der erste US-Angriffskrieg nach 1945, der kein typischer US-Krieg ist. Denn er ist kein Krieg mit einem neo-imperialistischen Narrativ, das die US-Bürger ihrem Präsidenten auch wirklich abkaufen. Er ist auch nicht der typische US-Krieg mit dem pseudo-humanistischen Narrativ nach dem Motto: Wir bombardieren den Iran in die Freiheit. Wir starten eine Invasion des Irans, um im Iran einen demokratischen Regimewechsel zu erzielen.
Dieser neue Krieg ist meiner Meinung nach nichts anderes als der Krieg eines psychisch kranken Präsidenten. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass dieser Präsident auch der Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Wenn wir aber genauer hinsehen, fällt uns auf, dass Trump in diesem Krieg als Einzelgänger handelt. Es sieht so aus, als würde er auf einem pseudopolitischen Fußballfeld seine Eigentore üben.
Donald Trump verkündet als maligner Narzisst, Psychopath und Megalomane oder alles in Einem Bombenanschläge, die den Iran in die Steinzeit versetzen sollen. Des Weiteren erklärt er seinen Plan, die iranische Hochkultur vollständig auszulöschen. Trump braucht gar keine Kriegsgründe. Er verzichtet auf jegliches Narrativ und sogar auf die alte Netanyahu-Methode, nach der eine Lüge zur Wahrheit wird, wenn man sie nur lang genug wiederkäut.
Es wird einfach nur gebombt, weil das Regime im Iran „böse“ ist und Donald nicht in den Kram passt. Es sind keine manichäistischen Slogans mehr notwendig, die Licht und Dunkelheit und Gut und Böse gegenübersetzen. Die USA brauchen keinen Propagandaminister. Das iranische Regime der Mullahs soll dem Erdboden gleichgemacht werden, weil es den USA trotzt. Eine andere Begründung braucht Trump nicht.
Der erste usraelische Angriff gegen die Islamische Republik Iran trifft eine Mädchenschule. Es sterben 120 Kinder und 36 Erwachsene. Dieser vollkommen narrativlose Angriff spricht für sich... Trump, die durchgeknallte AIPAC-Schnurpuppe, lacht auf seinem einsamen Fußballfeld und probt neue Eigentore.
Es ist aber nur eine Frage der Zeit, und Trump wird abgesetzt. Es wird ein stiller Abgang, ganz ohne Narrativ und ganz ohne psychiatrischen Befund. Denn auch für die Absetzung Trumps bedarf es keiner Rechtfertigungen. Krieg und Frieden werden von Israel und den USA grundlos festgelegt.
Die politologische Kritik wird zu einer Lachnummer
Die Medien sehen nur auf den Iran. Der Iran ist die letzte regionale Macht des Maschrek s, die sich den USA widersetzt. Es gibt neben dem Iran keine Weltpolitik mehr. Der brutale zionistische Krieg im Libanon wird ausgeklammert und tritt in den Hintergrund. Israel wird auf Netanyahu reduziert, wie die USA auf Trump reduziert werden. Die künstliche Intelligenz macht das „Schwulenpaar“ der Weltpolitik, Trump und Netanyahu, zu einer politologischen Lachnummer.
Politische und ideologische Kritik sind außer Mode. Politische Analysen werden nicht mehr konsumiert. Was konsumiert wird, sind Reels, in denen das politische Paar ausgelacht wir, weil es in einem Bett schläft oder gemeinsam auf einem von Eseln gezogenen Wagen sitzt. Die beiden Stars der Zionismus-2.0-Politik ohne Narrativ werden von oberflächlichen Konsumenten der sozialen Medien angeklickt und ausgelacht. Der Krieg an sich und seine Opfer werden zu einer Lachnummer. Die Gewalt des Krieges, die Brutalität der Bombenangriffe, die Angriffe gegen die Zivilbevölkerungen souveräner Maschrek staaten und die Mahdi-reife Tötung unschuldiger Kinder werden mit einer Kindergartenpartystimmung ersetzt.
Netanjahu und Trump werden zu Figuren wie Collodis und Walt Disneys Pinocchio, ohne jegliche Reife und daher unschuldig. Die Moral und die Schuld werden aufgehoben. Das Völkerrecht wird ausgesetzt. Es geht nicht um Neoimperialismus und expansionistischen Zionismus, sondern um Sandkastenkinder, die den anderen Kindern den Bagger aus der Hand reißen. Um mehr geht es nicht. Das ist die spielerische und kindische Dimension des brutalsten Krieges, der kein Narrativ mehr basteln muss, um weiterhin geführt zu werden. Wir befinden uns nämlich in der post-narrativen Kriegsführung des Zionismus 2.0, der den Holocaust auch nicht mehr braucht, um sich als Opfer darzustellen und souveräne Staaten im Maschrek anzugreifen.
Nur in Israel bedeutet Krieg auch wirklich Krieg, ganz nach dem Motto: „Wir reden nicht, wir töten“
Für Trump gibt es keinen Krieg. Für Trump ist der Krieg ein Spiel. In seinem Sandkastenkrieg scheint keiner zu sterben. Trump sieht die Opfer nicht. Er ordnet Angriffe an, deren Konsequenzen er gar nicht versteht oder vollständig aus seinem Bildschirm ausklammert.
Wer wirklich Krieg führt, sind die zionistischen IDF-„Krieger“ im Libanon. Der Libanon ist eine Region von Eretz-Israel, das steht für die Zionisten 2.0 fest. Vielleicht kämpfen diese Krieger auch, um die Ankunft des biblischen Messiah zu beschleunigen. Die Zionisten der Generation 2.0 sprechen nicht und erfinden auch keine Rechtfertigungen mehr. Sie brauchen keine Herzl-Sprüche über ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land, denn die demografischen Daten der Republik Libanon können nicht geleugnet werden.
Die zionistischen Expansionisten bomben und treffen. Der Angriff nach dem Waffenstillstand mit der Islamischen Republik Iran tötete im Libanon 2167 Menschen. Libanon ist nicht Gaza 2.0, wie das deutsche Fernsehen propagiert, sondern die Weiterführung des expansionistischen Zionismus 2.0. Der überholte Zionismus 1.0 wollte einen „Judenstaat“ in Argentinien oder in Palästina. Der Zionismus 2.0 hingegen kennt keinen „klassischen Judenstaat“ mehr, den man sich durch den Landkauf aneignen sollte. Es geht vielmehr um einen großen zionistischen Staat, von dem Golda Moisejewna Mabowitsch [„Golda Meir“] träumte, als sie in Medina und Mekka den Geruch ihrer Vorfahren roch… Die Schuldumkehr findet sich in einem Zitat von 1969 bei einer Pressekonferenz in London*. Das war noch die Zeit, in der der Zionismus seine Rechtfertigungen bastelte. Heute schweigt dieser Staat. Und in seinem eisernen Schweigen tötet und trifft er Zivilisten.
*„When peace comes we will perhaps in time be able to forgive the Arabs for killing our sons, but it will be harder for us to forgive them for having forced us to kill their sons.”
„Wenn Frieden einkehrt, werden wir den Arabern vielleicht mit der Zeit verzeihen können, dass sie unsere Söhne getötet haben, aber es wird uns schwerer fallen, ihnen zu verzeihen, dass sie uns gezwungen haben, ihre Söhne zu töten.“
Der Iran zerstückelt sich nicht – Der Feind bestimmt die Einheit eines Volkes
Je härter ein Feind zuschlägt, desto enger rücken alle Gruppierungen in einem Land zusammen. Je mehr Kinder der Feind abschlachtet, desto enger rücken alle Fronten in der Islamischen Republik Iran zusammen. Iraner ist nicht mehr nur der betende Anhänger der Mullahs, der auf die Rückkehr des verschwundenen Imams hofft, sondern auch jeder Iraner, der sich den Mullahs widersetzte. Die iranische Opposition hebt sich auf, weil die Souveränität des eigenen Landes mit Füßen getreten wird. Die Opposition vermischt sich mit den Regimeanhängern, wenn unschuldige Kinder durch Luftangriffe der zionistischen und US-Luftwaffe zu Märtyrern werden.
Auch die Dialektik zwischen Schia und Sunna verwischt, wenn das Blut der unschuldigen Kinder einer iranischen Mädchenschule bis zum Himmel stinkt. Das ist das Gesetz des Lebens, das ist der Schrei nach Gerechtigkeit, der sich in einen Racheschrei verwandelt. Der Krieg bedroht die Existenz einer Kultur, einer Gemeinschaft, nicht nur einer Nation, die sich ethnisch teilen sollte, wenn man die zionistischen und US-Illusionen ansieht, anstatt den Ruf vieler nach dem Mahdi zu hören.
Dieser Schrei wird nicht ersticken, wenn ein Krieg eschatologisch geführt wird. Das Unrecht ist zu groß. Die Unterdrückung ist zu brutal. Und dies schweißt alle Ethnien der Islamischen Republik Iran zusammen wie noch nie und lässt sie auf die eigene Geschichte zurückblicken.
Der Putsch gegen Mohammad Mossadegh war der Funke der Islamischen Revolution von 1979
Der Putsch von 1953 führt nach 26 Jahren zur Islamischen Revolution von 1979. Diese anti-imperialistische Wende ließ ein Vierteljahrhundert auf sich warten. Ich frage mich in diesen Wochen des zionistischen Expansionismus, wie lange es nach 2026 dauern wird, bis eine neue Wende den Iran verändern wird. Es wird nicht so lange dauern wie im vorigen Jahrhundert, da das 21. Jahrhundert schnellere Tempi kennt.
2026 ist nicht das Jahr eines Putsches, sondern das Jahr des Beginns eines Maschrek weltkrieges. Ich frage mich nicht, was nach dem Irankrieg von 2026 kommt, sondern wohin die israelischen Truppen nach dem Libanon hinwollen… Und ich frage mich, wann der Westen seine Israelpolitik über Bord werfen wird, um die Tötung von Zivilisten im Maschrek zu stoppen.
Wir stehen auch vor dem Tod des Kriegsjournalismus. Denn es geht bald in der Tat um Eschatologie und hoffen wir mal auch um Soteriologie, d.h. um die Rettung der Menschheit von diesem bodenlosen Unrecht. Die Implosion des zionistischen Staates 2.0 ist die Lösung des sogenannten Maschrek problems. Aber eigentlich heißt das Problem zionistischer Kolonialismus. Für mich ist dieser Typ von Kolonialismus zu tiefst anti-jüdisch. Denn er zieht die Ethik des Judentums von Hillel vollkommen in den Dreck.
Das letzte Wort überlassen wir einem jüdischen Arbeiterkämpfer, der 1942 auf tragische Weise ums Leben kam:
„Wenn ein jüdischer Staat in Palästina entstehen sollte, würde sein geistiges Klima sein: ewige Angst vor dem äußeren Feind (den Arabern); und ewiger Kampf um jedes Stück Land gegen den inneren Feind (die Araber)… Ist das ein Klima, in dem Freiheit, Demokratie und Fortschritt gedeihen können? Ist es nicht vielmehr das Klima, in dem Reaktion und Chauvinismus normalerweise blühen?
Henryk Erlich, Algemeyner Yidisher Arbeterbund in Poyln (Allgemeiner Jüdischer Arbeiter-Bund in Polen), 1938

